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Schmerztherapie der Gelenke

 

Fachbereich Orthopädie, Chirotherapie, Sportmedizin, Physikalische Therapie

Schmerzen in Gelenken, die bewegungsabhängig auftreten, können Folge von Überlastungen von Anteilen der Gelenke sein oder Verletzungsfolgen oder auch verschleißbedingt auftreten. Weiterhin können neben den Gelenkanteilen selbst auch Teile der Umgebung des Gelenkes, wie z.B. Bänder und Sehnen, die Schmerzhaftigkeiten verursachen. Vor jeder Behandlung eines Gelenkes steht die genaue Untersuchung der Ursache der Schmerzauslösung durch das Gespräch mit dem Patienten, die körperliche Untersuchung in der Bewegung des Gelenkes, die Prüfung der Band- und Sehnenstrukturen sowie in vielen Fällen die Untersuchung mittels Ultraschall und Röntgenaufnahmen. In einigen Fällen sind Spezialaufnahmen wie computertomographische Bilder oder kernspintomographische Bilder erforderlich.

Die Überlastung des Gelenkes bedeutet nicht immer, dass tatsächlich eine schwere Arbeit oder sportliche Überlastung stattgefunden haben muss. Sehr häufig bestehen Fehlformen von Gelenkanteilen, d.h. dass bestimmte knöcherne Strukturen nicht die optimale, belastbarste Form aufweisen, sondern kleine Formfehler, die möglicherweise anlagebedingt vorhanden sind, bereits unter der normalen Alltagsbelastung zu überlastungsbedingten Schmerzen führen. Sehr häufig sind z.B. Fehlformen der Kniescheibe.

Auch an den Gelenken, wie z.B. dem Kniegelenk oder dem Hüftgelenk, steht die Verhinderung der Entstehung der Erkrankung vor der Behandlung einer Erkrankung. Die jeweils wirksamste Methode, ein Medikament innerhalb eines Gelenkes zur Wirkung zu bringen, ist die Durchführung einer Injektion. Hier entstehend die geringsten Nebenwirkungen, da die Substanz des Medikamentes zum allergrößten Teil innerhalb des Gelenkes und nirgendwo sonst im Organismus zur Wirkung kommt.

Wichtig zur Beurteilung, ob ein noch gesundes Gelenk in späterer Zeit eventuell Verschleißerkrankungen entwickeln wird, ist neben der medizinischen Vorgeschichte, also z.B. bereits durchgeführte Meniskusoperationen, auch die Beurteilung des Röntgenbildes, wodurch man abschätzen kann, ob die Belastungsverteilung innerhalb des Gelenkes normal oder überproportional ungleichmäßig ist. Je nach Einschätzung der Situation können dann Knorpelschutzpräparate verabreicht werden. Diese sind nicht nur zur Vorbeugung von Verschleißerkrankungen ausgesprochen hilfreich, sondern auch bei verschleißbedingten Gelenkbeschwerden.

 

Hyaluronsäure Gelenktherapie :

Die Arthrose, besonders die Kniearthrose, ist eine der häufigsten und gleichzeitig belastendsten degenerativen Erkrankungen. Für viele Menschen bedeutet die Arthrose lebenslange Schmerzen und eingeschränkte Mobilität. Arthrose ist eine Abnutzungserscheinung und nicht heilbar. Klassische Behandlungsmethoden zeigen durchaus Wirksamkeit, können aber auch das Fortschreiten der Erkrankung nicht stoppen oder aufhalten. Auch Hyaluronsäure kann eine eingetretene Verschleißerscheinung nicht reparieren. Die Hyaluronsäure kann aber eine Verbesserung der sog. viskoelastischen Eigenschaften der krankhaften Gelenkflüssigkeit bewirken. In vielen Fällen führt das zu einer Verringerung von Schmerzen und dadurch zu einer Verbesserung der Mobilität. Arthrose ist ein Problem der Mechanik. In einem gesunden Gelenk sorgen eine intakte Knorpelschicht und eine visköse (zähflüssige), elastisch puffernde Gelenkflüssigkeit für:

- Reibungslose Bewegungsabläufe
- Schmierung
- Stoßdämpfung und
- Gelenkschutz.

Der angegriffene raue Knorpel und die dünne, wenig visköse Gelenkflüssigkeit eines arthrotischen Gelenkes können diese Aufgaben nicht mehr zufriedenstellend wahrnehmen. Normale Belastung ist daher oft nur noch unter Schmerzen möglich.
Die Folge: Bewegungseinschränkung.
Es kommt zu einer nachteiligen Wechselwirkung, da mit abnehmender Bewegung und Belastung des Knies auch die Viskosität der Gelenkflüssigkeit und mit ihr der Schutz des Knorpels zurückgeht.

Hyaluronsäure ergänzt die arthrotische Gelenkflüssigkeit und wird direkt in den Gelenkspalt injiziert. Wie die körpereigene Gelenkflüssigkeit ist Hyaluronsäure aufgebaut.

Bei Schmerzkrankheiten wie der Arthrose gilt: Was vielen hilft, muss nicht allen helfen. Die Studienlage ist überwiegend positiv. Es gibt aber auch einzelne kontroverse Studien, die keinen positiven Wirkungsnachweis erbringen. Unsere langjährige Erfahrung zeigt, dass bei beginnenden und mittelgradigen Arthrosen die Hyluronsäure eine wesentliche Stütze der Arthrosetherapie darstellt.
Die individuellen Reaktionen sind gerade hier sehr unterschiedlich. Auch auf den biomechanischen Effekt von Hyaluronsäure reagiert nicht jeder gleich. Die Hyaluronsäuretherapie berechtigt jedoch zur Hoffnung. Auch wenn eine vollständige Schmerzbefreiung nicht garantiert werden kann, so ist doch die Aussicht auf mehr Beweglichkeit Grund genug, eine Hyaluronsäurebehandlung zu versuchen.

Die Injektion verursacht in der Regel keine Schmerzen. 5 Injektionen sind notwendig, um die volle Wirkung zu erreichen. Eine retrospektive Untersuchung zeigte, dass die Wirkung 6 bis 12 Monate, in Einzelfällen auch länger, anhält.

 

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